Südwestmetall: IG Metall muss die Zukunft der Jobs in den Blick nehmen

Der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ludwigsburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Thomas Class, hat die IG Metall aufgefordert, bei den an diesem Mittwoch beginnenden Tarifverhandlungen in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) ihrer Verantwortung für Unternehmen und Beschäftigte  im Land gerecht zu werden. „Die Gewerkschaftsforderung nach sechs Prozent Lohnsteigerung ist genauso überzogen wie die nach einem Recht der Arbeitnehmer auf Arbeitszeitverkürzung mit Rückkehrrecht in Vollzeit und teilweisem Lohnausgleich“, sagte Class.

Um künftiges Geschäft und damit die Jobs am Standort zu sichern, müssten die Unternehmen hier erheblich investieren, erklärte der Arbeitgebervertreter: „Das kostet eine Menge Geld.“ Angesichts der rasanten Lohnsteigerungen der letzten Jahre werde es für die Unternehmen aber immer schwieriger, die Mittel für die nötigen Investitionen aufzubringen. Im Schnitt verdiene ein M+E-Arbeitnehmer in Baden-Württemberg schon jetzt 64.000 Euro im Jahr. Die Tarifabschlüsse addierten sich seit 2000 auf mehr als 60 Prozent, allein seit 2012 auf rund 20 Prozent. Viele ausländische Wettbewerber seien bei gleicher Qualität und Qualifikation ihrer Beschäftigten einfach kostengünstiger und holten sich die Aufträge und Produktion.

Auch das von der IG Metall für die Arbeitnehmer geforderte Recht, die Arbeitszeit einseitig auf 28 Stunden verkürzen zu können, gehe angesichts des Fachkräftemangels in die völlig falsche Richtung, sagte Class: „Die befristete Teilzeit mit einem Rückkehranspruch in Vollzeit stellt die Unternehmen vor unlösbare Probleme. Sie würden zusätzliche Fachkräfte benötigen, die es aber nicht gibt.“ Weil qualifiziertes Personal fehle, blieben bereits jetzt Aufträge liegen.

Eine klare Absage erteilte Class auch der Forderung nach einem Entgeltausgleich für nicht geleistete Arbeit. Unterm Strich sei dann jeder, der 35 Stunden und mehr arbeite, der Dumme, da er für fast das gleiche Geld länger arbeite. „Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit – wer mehr arbeitet, muss mehr Geld bekommen, wer weniger arbeitet, weniger“, sagte er. Die IG Metall müsse das Prinzip ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ schon ernst nehmen.

Südwestmetall
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Datum: 19.7.2018

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