Südwestmetall: Warnstreiks sind unverhältnismäßig und Forderung nach Zuschuss zur Teilzeit rechtswidrig

Erstellt am: 01/24/2018

LUDWIGSBURG – Die Metallarbeitgeber haben scharf kritisiert, dass die IG Metall in der laufenden Tarifrunde in einigen Betrieben im Landkreis Ludwigsburg und Altkreis Leonberg bereits zum vierten Mal zu Warnstreikaktionen aufgerufen hat. „Der Gewerkschaft ist hier das Augenmaß verloren gegangen. Lösungen findet man schließlich am Verhandlungstisch – und hier befinden wir uns in einer intensiven Phase“,  sagte Thomas Class, Geschäftsführer des Metallarbeitgeberverbandes Südwestmetall, am Dienstag in Ludwigsburg: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die IG Metall trotz der laufenden Verhandlungen und angesichts einer rechtswidrigen Forderung ihre Warnstreiks fortführt und sogar mit einer Eskalation droht.“

Die Metallarbeitgeber hätten seit Beginn der Tarifrunde ihre Bereitschaft signalisiert, mit der IG Metall über eine Ausweitung von Teilzeitmöglichkeiten zu sprechen, wenn die Gewerkschaft im Gegenzug auch eine Öffnung des Arbeitszeitvolumens nach oben zulasse. Angesichts des Fachkräftemangels und einer angespannten Auftragssituation müssten die Möglichkeiten für eine Anhebung der Arbeitszeit nach oben ausgeweitet werden. Bei dem höchst umstrittenen Lohnzuschlag für Beschäftigte mit Kindern oder Pflegeaufwand, die in Teilzeit gehen, forderte er die IG Metall dazu auf, nicht weiter an der Form des bisherigen geforderten Modells festzuhalten, da dieses diskriminierend und rechtswidrig sei. „Wir können keinen Tarifvertrag aushandeln, der gegen das Gesetz verstoßen und unsere Unternehmen einem Klagerisiko aussetzen würde“, sagte Class. Die Lösung zu diesem Thema müsse rechtlich machbar sein und dürfe auch nicht zu einer zusätzlichen Kostenbelastung für die Betriebe führen.

Beim Entgelt betonte Class, dass die Arbeitgeber bereits in der 2. Verhandlung im Dezember ein Angebot – 200 Euro Einmalzahlung für die ersten 3 Monate, 2 Prozent Tabellenerhöhung ab 01.04.2018 – vorgelegt hätten, das für die Beschäftigten ein echtes Lohnplus im Geldbeutel bedeute. Dagegen halte die IG Metall weiterhin an ihrer 6-Prozent-Forderung fest. „Wenn sie sich nicht bald bewegt, wird es auch in dieser Frage schwierig zusammenzukommen“, erklärte Class.

Das Forderungspaket der IG Metall sei daher zu teuer, in Teilen ungerecht und passe nicht zu den Herausforderungen, vor denen die Industrie stehe. Wenn die IG Metall an einer Lösung interessiert sei, müsse sie jetzt zu Kompromissen bereit sein und dürfe nicht an ihren Maximalforderungen festhalten.

Südwestmetall
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Datum: 14.12.2018

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