Betriebe benötigen dringend Kostenentlastungen, um ihre Zukunft und Beschäftigung sichern zu können: Bericht über die Arbeitgeberforderungen in der Tarifrunde 2021

Erstellt am: 05.01.2021

Die Auftaktveranstaltung der IG Metall zur Tarifrunde 2021 vor dem Forum am 9. Dezember 2020 haben wir zum Anlass genommen, angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lager und der Digitalisierung und Transformation in der Metall- und Elektroindustrie unsere Forderung eines Tarifabschlusses ohne Kostensteigerung zu unterstreichen. Hierüber hat die Ludwigsburger Kreiszeitung am 10. Dezember 2020 berichtet.

Im Einzelnen fordern die Metallarbeitgeber:

  • Keine weiteren tariflichen Kostenbelastungen, bis die M+E-Industrie wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat;
  • Senkung der Arbeitskosten insbesondere bei einigen tariflichen Sonderbelastungen in Baden-Württemberg;
  • Eine im Flächentarif geregelte automatische Differenzierung nach definierten Kennzahlen für Betriebe mit besonderen Herausforderungen sowie die Möglichkeit einer betrieblichen Variabilisierung von Sonderzahlungen;
  • Die Tarifverträge einfacher gestalten mit dem Ziel, den Aufwand für die Umsetzung in den Betrieben zu verringern.

Die Metallarbeitgeber in der Region Ludwigsburg haben die durch die IG Metall in der Veranstaltung vor dem Forum Ludwigsburg erneut erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen, wonach manche Betriebe die Corona-Krise ausnutzten, um Personal abzubauen. „Viele unserer Unternehmen, befinden sich bekanntlich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der mit der Transformation und der Digitalisierung zusammenhängt und der Anpassungen erforderlich macht.“, sagte Thomas Class, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ludwigsburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, anlässlich der IG-Metall-Aktion in Ludwigsburg.

Die Betriebe handelten verantwortungsbewusst. Sie setzten alles daran, möglichst viele Beschäftigte an Bord zu halten. Allerdings müssten manche Unternehmen in der aktuellen Situation zunächst einmal überhaupt ihre Existenz sichern: „Das ist schlicht auch die Grundvoraussetzung, dass Beschäftigungssicherung langfristig in hohem Maße gelingen kann.“

Der Südwestmetall-Geschäftsführer warnte davor, einzelne Positivnachrichten als Zeichen zu missverstehen, dass die Corona-Krise bereits überwunden sei. Gute Ergebnisse einzelner Firmen seien weder repräsentativ, noch in vielen Fällen nachhaltig. Oftmals seien sie durch massive, nicht dauerhafte Einsparungen wie den Wegfall von Dienstreisen und Messeauftritten oder Kostenentlastungen durch die Kurzarbeit zustande gekommen Zudem sei selbst dann, wenn die Pandemie überwunden sei, nicht ausgemacht, dass auch die laufende Transformation erfolgreich bewältigt werde.

Kein Verständnis habe er für die Vier-Prozent-Forderung der IG Metall. Der nächste Tarifabschluss dürfe angesichts der aktuellen Lage in den Betrieben keine weiteren Kostenbelastungen für die Firmen mit sich bringen.

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